Mittwoch, 22. März 2017

System Erde (43) - Einführung in die Historische Geologie (13)



Die Vorlesungsfolien (pdf) können durch Klick auf das obige Bild heruntergeladen werden (public domain)...

Über diesen LINK können Sie mein kleines Windows-Programm "Kosmisches Jahr" herunterladen. Es dient dazu, Zeitpunkte der Vergangenheit quasi auf ein Jahr umzurechnen, wobei das "Kosmologische Jahr" dem Weltalter und das "Kosmische Jahr" den Zeitraum der Existenz unseres Planeten Erde umfasst.

Hinweis: Da es eine exe ist kann es sein, dass Ihr Browser beim Download nachfragt. Sie können dann entscheiden, ob sie das kleine Programm herunterladen wollen oder nicht. 




Montag, 20. März 2017

Über den Mariafels zur Wossecker-Baude

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz

Bei meinen ersten Wanderungen in den 70-ger Jahren habe ich das Riesengebirge ausschließlich bei Schlechtwetter erlebt, so dass sich in mir lange die Grundvorstellung hielt, schlechtes Wetter sei mit dem Riesengebirge zwangsläufig verbunden und präge den Charakter dieses Gebirges. Später konnte ich mich vom Gegenteil überzeugen. 

Heute jedoch ist die Wetterprognose denkbar schlecht. Während wir noch bei leidigem Wetter die Reise zu Hause antreten, hat es sich am Kamm des Riesengebirges bereits richtig eingesackt und aus dem dichten Nebel fällt der Nieselregen. Von Jakobsthal (Jakuszyce) auf dem Weg in Richtung Reifträger (Szrenica) geht das gerade noch so an, denn auf dem Weg durch das Moor, in dem der Zackel (Kamieńczyk) entspringt, sorgt dieses Wetter tatsächlich für eine geheimnisvolle Stimmung und der stattliche Mariafels (Owcze Skały) überrascht zudem, nachdem man den Hochwald verlassen hat. Aber spätestens bei der Neuen Schlesischen Baude ist Schluss mit lustig. Sturm, Nebel und durchdringende Nässe vermasseln die Wanderlaune. Für einen letzten Antrieb sorgt die in Reichweite befindliche Wossecker-Baude (Vosecká bouda) auf tschechischer Seite. Schon wegen ihres Alters besitzt die Baude Kultstatus und weckt schöne Erinnerungen an frühere Touren. 

Nachdem wir im Nebel auch noch den Weg in Richtung Alte Schlesische Baude verfehlt und eine Ehrenrunde um den Reifträger gedreht haben, ist die Tour gedanklich abgeschlossen. Der steile Abstieg auf einer gepflasterten Straße nach Schreiberhau (Szklarska Poręba) ist grauenvoll und vertreibt die Lust, wenigstens noch einen Blick auf den Zackelfall (Wodospad Kamieńczyka) zu werfen. 

Viel zu selten nutzen wir für Ausflüge in der Grenzregion die öffentlichen Nahverkehrsmittel. Dabei ist das Angebot im Verkehrsverbund des ZVON ausgesprochen interessant. Mit einem Euro-Neiße-Ticket erreicht man die wichtigsten Reiseziele in der Euro-Neisse-Region. Die Preise sind ausgesprochen attraktiv. Eine Tageskarte für 5 Personen kostet derzeit 27 Euro. Und das beste: kauft man eine Karte für 2 -5 Personen in Tschechien, kostet diese 320 CZK (ca. € 11,80). Zusteigen muss man dann eben hinter der Grenze.

Die GPS-Daten zur Tour findet man hier.



 

Mariafels




Im Quellgebiet des Zackel






Freitag, 17. März 2017

Mittwoch, 15. März 2017

System Erde (42) - Einführung in die Historische Geologie (12)



Die Vorlesungsfolien (pdf) können durch Klick auf das obige Bild heruntergeladen werden (public domain)...



Ausflug nach Kuttenberg in Böhmen

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz

Oft sind wir die tschechische Staatsstraße 38 über Jungbunzlau (Mladá Boleslav), Kolin, Iglau (Jihlava), und Znaim (Znojmo) in Richtung Österreich gefahren. Häufig deuten Hinweisschilder auf sehenswerte Örtlichkeiten entlang dieser Route hin. Über Teltsch (Telč) hatten wir bereits berichtet, aber auch Trebitsch (Třebíč) und vor allem Kuttenberg (Kutna Hora) sind einen Besuch wert und wurden nicht von ungefähr in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Während Trebitsch und Teltsch sich als Zwischenstation für eine Rast anbieten, ist Kuttenberg auf einem Tagesausflug aus dem Raum Zittau zu erreichen. Am 08.01.2011 berichtete die Sächsische Zeitung unter dem Titel 'Silberne Vergangenheit' über Kuttenberg. Über 300 Baudenkmäler werden der Stadt zugeschrieben.

Reiche Silbervorkommen in der Umgebung ließen Kuttenberg zeitweilig nach Prag zur zweitwichtigsten Stadt Böhmens aufsteigen. Kuttenberg erhielt das Münzrecht. Hier wurde der Prager Groschen geprägt und auch Zittau, welches über eine eigene Münze verfügte, musste diese durch Verfügung Wenzel II. im Jahre 1300 nach Kuttenberg verlegen. Der Glanz dieser Zeiten ist Kuttenberg abhanden gekommen, aber die historische Bausubstanz ist erhalten geblieben, wurde vorbildlich restauriert und erstrahlt in einem sehr erfreulichen Licht. Auch zu Zeiten der K.u.K. - Monarchie erfreute sich die Stadt einer beachtlichen Wertschätzung. Siehe Kronprinzenwerk :

'Die am westlichen Rand des Tschaslauer (Čáslav) Beckens gelegene Stadt Kuttenberg gewährt mit ihren vielen Thürmen und der teilweise amphitheatralen Lage ein wahrhaft mittelalterliches Städtebild, dem nur noch die Mauern und Thore fehlen. Die Anlage der Stadt ist eine ganz unregelmäßige; es ist eben zu sehen, dass man ohne Plan nach dem augenblicklichen Bedarf und flüchtig weiter baute, beiläufig in der Art, wie auch moderne Städte bei sehr günstigen Communicationsverhältnissen aus kleinen Anfängen plötzlich heranwachsen. Auf dieses schnelle Wachstum Ende des XIII. Jahrhunderts, welches durch Entdeckung reicher Silberadern hervorgerufen wurde, folgte ein hundertjähriger Zeitraum bedeutender Entwicklung, wo der Segen des Silberbergbaues der Krone und den Einwohnern gewaltige Schätze eröffnete. Kuttenberg wurde die erste Stadt nach Prag, so dass man seiner Bürgerschaft stets eine bevorzugte Stellung einräumte. Auch das zweite Jahrhundert seines Bestehens brachte Kuttenberg zu großer Blüte, wenn es auch schon etwas zurückging, aber bereits im dritten Jahrhundert zeigten sich bereits Merkmale des Verfalls. Aus seiner Blütezeit stammt die Perle altböhmischer Baukunst, die am südlichen Ende der Stadt stehende St. Barbarakirche, dann die imposante St. Jakobskirche mit einem schlanken hohen Thurm, welche hoch über dem Thale des Kuttenberger Baches emporragt und daher auch nach altböhmischer Bezeichnung Vysoký kostel (Hochkirche) heißt, und die Kirche zu Mariä Himmelfahrt (na Náměti) mit hohem Thurm. Ergänzt wird dieses eigenartige Bild Kuttenbergs noch durch die Massen des ehemaligen Jesuitenkollegiums und des Ursulinenklosters, durch den ehemaligen wälschen Münzhof (Vlašský dvůr), wo die Könige residirten, mit seinen verschiedenartigen, mitunter kunstvollen Denkmälern, das Schulhaus Hradek (einst Patriziersitz) und das Rathaus (Kamenný dům).

Die Altstadt ist wunderbar saniert, in den alten Gassen lässt es sich gut bummeln; hier finden sich lauschige Restaurants - in bevorzugter Lage auch mit Blick auf das Ensemble aus St. Barbarakirche nebst Jesuitenkolleg. Kuttenberg ist zweifellos eine Reise wert, man nutze die gute Erreichbarkeit zu einem Ausflug (ca. 130 km).

























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