Montag, 28. Februar 2011

Goldammer



Ihr Gesang ist unverwechselbar - die Goldammer (Emberiza citrinella, es klingt wie "Wie wie wie hab ich Dich - liiiiieeeeb"). Man hört (und sieht) ihn nicht selten an Laubwaldrändern, in Feldgehölzen oder in ausgedehnten Hecken auf der Feldflur. 



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Sonntag, 27. Februar 2011

Waldschabe


Zwar sind Schaben mehr in tropischen Gefilden beheimatet. Aber auch in Mitteleuropa gibt es 15 Arten dieser sehr eigentümlichen Insektenordnung. Am häufigsten findet man an warmen Sommertagen die sehr flinken Waldschaben (Ectobius sylvestris) am Rande von Laubwäldern, wo sie geschickt auf allen möglichen Blättern herumturnen. Sie sind zwar mit der in manchen Großküchen massenhaft vorkommenden Küchenschabe verwandt. Da sich aber die Verbreitungsareale dieser beiden Arten so gut wie nicht überschneiden (oder vielleicht doch, Waldgaststätten?), sind sie eigentlich untereinander nicht zu verwechseln. 


Samstag, 26. Februar 2011

Essay: Samuels Höhle

Von den sieben Einsiedlern, die einst den Bürgstein (Sloup, bei Novy Bor / Haida - Nordböhmen) bewohnten, ist der Ziergärtner und Brillenschleifer Samuel Görner der Bekannteste. An ihn erinnert die Figur mit Fernrohr, die man auf dem vorderen Plateau des Bürgsteins (der auch Einsiedlerstein genannt wird) erkennen kann, wenn man von der vorbeiführenden Straße hinauf schaut. 


Wer war nun dieser Samuel Görner, von dem sich einige Spuren in der Schwojkaer Schweiz erhalten haben? Wir wissen nur, daß er gegen Ende des 18. Jahrhunderst in Bürgstein geboren wurde. Er stammte aus einer alten Glasmacherfamilie, die schon seit einigen Generationen in Bürgstein (Sloup) ansässig waren, und erlernte den Beruf eines Ziergärtners, den er im nahe gelegenen Schloß ausübte. Daneben beschäftigte er sich noch mit der Herstellung von Glaslinsen für Brillen und kleinen Fernrohren. Das ist alles an sich noch nichts Besonderes. Das eigentlich Bemerkenswerte ist seine Einsiedelei, die er in mühevoller Arbeit  aus einem nahegelegenen Sandsteinfelsen mit Hammer und Meisel herausgearbeitet hat, und die heute als „Samuels Höhle“ bekannt ist. Darin lebte er von 1718 bis 1735 als „Eremit“ um anschließend auf den Einsiedlerstein überzusiedeln.


Die Höhle ist relativ leicht zu finden, da der Weg dahin mittlerweile gut ausgeschildert ist. Ausgangspunkt ist der Parkplatz vor dem alten Schloß genau unterhalb des Einsiedlersteins. Von dort aus überqueren wir geradeaus die Hauptstraße bis nach einigen 100 Metern die Straße eine Linkskurve macht. Dort achten wir auf den Wegweise zur „Samuelova jeskyně“, wobei wir rechts abbiegen müssen. Bereits nach wenigen Dutzend Metern gelangen wir zu einer Informationstafel mit Einzelheiten zur Höhle, und von dort aus geht es in Serpentinen steil bergauf, wobei das Ziel nicht mehr zu verfehlen ist. Bereits auf halber Höhe ist links der mächtige Felsen zu erkennen, den sich einst Samuel Görner als Heimstatt und Eigenheim auserwählt hat.

Vor der „Höhle“, die ja eigentlich eine richtige kleine Wohnung war, befindet sich ein ebener Platz, von dem man sehr schön den Eingang und zwei Fenster sieht. Ursprünglich war davor sicher noch ein Holzbau, von dem aber nichts mehr erhalten geblieben ist. Die Höhle selbst besteht aus zwei großen, im Wesentlichen rechteckigen Räumen, wobei das „Wohnzimmer“ ungefähr 6.5 Meter lang und 2.5 Meter breit ist mit jeweils einem Fenster auf der West- und auf der Ostseite. Im Dämmerlicht kann man an einer Wand noch die Reste einer großen deutschen Inschrift erkennen, wobei deren Text auf einer neu angebrachten kleineren Metalltafel in Tschechisch und Deutsch wieder zugänglich gemacht wurde. Sie enthält im Wesentlichen eine kurze Zusammenfassung des Lebens Samuel Görners.

Der kleinere Vorraum, die „Küche“, ist etwa 2 x 2 Meter groß und nicht ganz so gleichmäßig aus dem Felsen herausgearbeitet als der Hauptraum. In sie führen die Reste einer Steintreppe.

Man kann sich heute kaum mehr vorstellen, wie man in so einer Behausung (die man obendrein noch eigenhändig aus einem massiven Felsen heraus gemeiselt hat)  17 Jahre Leben konnte. Aber Einsiedler waren damals offensichtlich hart im Nehmen. Übrigens gibt es einen knappen halben Kilometer nordöstlich von dieser „Wohnhöhle“ noch eine weitere Höhle mit einem einzelnen Fenster, in welcher, so hat sich bis heute überliefert, Samuel Görner seine Linsen geschliffen haben soll. Sie wird deshalb auch Brillenmacherhöhle (Brejlařská jeskyně) genannt. 

1735 ist dann Samuel Görner auf den komfortableren Einsiedlerstein umgezogen, nachdem die dortige Einsiedelei durch den Tod ihres Bewohners frei geworden war. Dort lebte er bis 1742. In diesem Jahr versuchten die Preussen in den umgebenden Orten verstärkt mehr oder weniger freiwillig Soldaten für ihre Armee zu werben, weshalb er sich entschloß, nach Prag zu fliehen. Wie lange er dort gelebt hat, ist nicht mehr bekannt. Er kehrte aber, nach dem sich die Lage beruhigt hatte, auf den Bürgstein zurück, um sich hier wieder dem Brillenschleifen zu widmen.

Mit Beginn des Siebenjährigen Krieges im Jahre 1756 machte er sich zu einer Wallfahrt nach Rom auf, die insgesamt vier Jahre dauerte. Da nach seiner Rückkehr im Jahre 1760 die Einsiedelei besetzt war, siedelte Samuel Görner auf den unweit gelegenen Langenauer Berg um, auf dem bereits seit 1732 eine Einsiedelei bestand. Später zog er auf den Heiligen Berg bei Příbram in eine unbesetzte Einsiedlerhütte, wo man ihm um das Geld, das ihm Wallfahrer anvertraut hatten, beraubte und ihn ermordete. 

Samuels Höhle ist schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine lokale Touristenattraktion. Der Vorplatz wurde hergerichtet, mit einem Geländer versehen und auch die Eingangstreppe erneuert. Außerdem hat man auf dem Felsen, der ursprünglich „Spitziger Stein“ hieß,  einen Aussichtspunkt eingerichtet, der über in den Fels ausgehauene Stufen und eisernen Treppen erreichbar ist. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf den Wachstein (Na Stráži, links), wo sich bis Ende der Neunziger Jahre noch eine ehemalige Ausflugsgaststätte befand (die aber abgebrannt ist), und natürlich auf den Einsiedlerstein selbst.  

Ein ähnlich schöner Aussichtspunkt mit einem Blick auf den Zentralteil des Ortes Bürgstein mit seiner ansehnlichen Kirche und dem Kinsky-Schloß befindet sich auch auf dem Bergrücken links der Höhle. Es lohnt sich auf jedem Fall, auch dorthin einmal einen Abstecher zu machen.


Blick auf Bürgstein mit dem „Neuen“ Kinsky-Schloß und der renovierten Kirche.


Vogelexkursion

Hier ein paar Aufnahmen von meiner heutigen (26.02.2011) Mittagswanderung in den Schülerbusch bei Zittau (Oberlausitz):

Blaumeise




Kohlmeise


Gimpel



Erlenzeisig




Kleiber



Grünfink



Buchfink




Stieglitz




Saatkrähe




Dohle




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Rette sich wer kann...


Das Mandau- und Neiße-Hochwasser vom 7. August 2010 war eine der schlimmsten Katastrophen für Zittau und Umgebung ("Jahrhundertflut"). Bei Youtube findet man eine große Zahl von Clips, welche zumindest dessen Ausmaß erahnen lassen. Die Betroffenen haben z.T. noch heute mit den Auswirkungen zu kämpfen, was auch mit der zögerlichen und nicht ausreichenden finanziellen Hilfe der Landesregierung zu tun hat. An dieser Stelle möchte ich aber auf eine andere interessante Beobachtung hinweisen. Schnecken (hier die Große Wegschnecke Arion rufus) haben offensichtlich das stetige Steigen des Wasserspiegels der Mandau eher bemerkt als manche Anwohner des Uferstreifens und sich in großer Zahl auf die Stämme der Bäume der Uferböschung gerettet. Nach Planungen der Sächsischen Talsperrenverwaltung sollen demnächst diese Schnecken-Fluchtbäume weichen, weil sie angeblich die Uferbefestigung gefährden. Ob es soweit kommen wird, ist noch nicht sicher, denn noch wehrt sich der Bürgerprotest dagegen.




Kugelsternhaufen M3


Diese Aufnahme von M3 im Sternbild Bootes ist ein Stack von 10 Aufnahmen von jeweils 10 Sekunden Belichtungszeit, aufgenommen an der Zittauer Volkssternwarte mit einen Newton 400/2000 und einer Canon 550 EOS. Die folgende Aufnahme ist ein Original mit t=10 sec bei ISO 12800 (entrauscht).



Freitag, 25. Februar 2011

Komma-Dickkopffalter


Einer unserer häufigeren Dickkopffalter (Hesperidae) ist der Kommafalter (Hesperia comma). Sein Name leitet sich von dem dunklen, kommaartigen Strich auf dem Vorderflügel der Männchen ab. 


Seine Raupen leben an bestimmten Gräsern wie z.B. Quecke, Schwingel oder dem Rispengras.

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Feldhase


Er ist selten geworden, der Feldhase (Lepus europaeus). Während vor 30 Jahren noch ganze Jagdgesellschaften Jagd auf ihn machten, ist er heute ziemlich rar geworden. Das liegt weniger daran, daß noch irgendwelche Leute ("Jäger") auf ihn schießen, sondern eher daran, daß aufgrund der großflächigen Bewirtschaftung unserer Felder die Feldraine mit ihrer Vielzahl von Blumen und Kräutern verschwunden sind. Das folgende Foto habe ich selbstredend auf dem Hasenberg bei Zittau (Sachsen) gemacht:



Donnerstag, 24. Februar 2011

Mauer-Zimbelkraut


Eine kleine unscheinbare Pflanze mit einer interessanten Blüte ist das aus dem Mittelmeerraum stammende Mauer-Zimbelkraut (Cymbalaria muralis). Es hat sich bei uns in der Oberlausitz besonders an den mit Natursteinmauern befestigten Bach- und Flußläufen angesiedelt, wo sie in den Mauerritzen wurzelt. Das Foto stammt aus dem Neißetal zwischen Hirschfelde (bei Zittau) und dem Kloster Mariental (Ostritz, bei Görlitz).




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Gebänderter Pinselkäfer


Im Frühsommer findet man nicht selten auf Brombeer-Blüten oder an den Blüten von blühendem Weißdorn den hübschen, gelbgebänderten Pinselkäfer (Trichius fasciatus). Er ist ein typischer und auch ansehnlicher Vertreter der großen Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae), von denen es bei uns ca. 200 Arten gibt. Seine Larven entwickeln sich im Mulm vermodender Laubbäume. Ihnen ist nicht anzusehen, zu welch hübschen Käfer sie sich einmal entwickeln werden.






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Kaiserlicher oder Bunter Kurzflügler


Der "Kaiserliche Kurzflügler" Staphylinus caesareus ist einer unserer größten (Länge 17 - 22 mm) und buntesten Kurzflügler (Staphylinidae). Man findet ihn (wenn auch nicht häufig) in unseren Wäldern (das Foto entstand im Kummergebirge zwischen Niemes (Mimon) und Hirschberg am See (Doksy) in Nordböhmen), wo er auf dem Waldboden nach allerlei Insekten jagt. Seine Lieblingsbeute sind kleine Nacktschnecken sowie verschiedene Insektenlarven. Auch wenn man es aufgrund der kleinen Flügeldecken (Kurzflügler!) nicht vermuten würde - der Käfer kann ganz gut fliegen.



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Dienstag, 22. Februar 2011

Perlgrasfalter


Ein besonders hübsch gezeichneter Heufalter ist der Perlgrasfalter oder Weißbindiges Wiesenvögelchen (Coenonympha arcania). Es kommt z.B. am Bösig (Bezdez) in Nordböhmen vor:



Und hier zum Vergleich ein Rotbraunes Wiesenvögelchen (Coenonympha glycerion) - auch vom Bösig:



Blauer Eisenhut


In Gärten häufig angepflanzt, in der freien Natur nur noch selten zu finden, ist der extrem giftige Blaue Eisenhut (Aconitum napellus). Im Zittauer Gebirge kenne ich ihn z.B. nur vom Lauschegipfel - von dem er aber mittlerweile auch verschwunden ist. Die hier vorgestellten Aufnahmen habe ich im Riesengebirge gemacht, wo er noch recht zahlreich vorkommt. 


In früherer Zeit gehörte die Kenntnis dieser Pflanze zum botanischen Grundwissen eines jeden Giftmörders. Eine mit Eisenhutblättern gestreckte Gemüsebrühe hatte quasi die gleiche Wirkung wie Arsen, weshalb man den Eisenhut auch als "vegetabilisches Arsenik" bezeichnet hat. Die Giftwirkung kann man bereits spüren, wenn man ein Eisenhutblatt zwischen den Fingern knetet. Schon nach einer kleinen Weile läßt sich dann eine fortschreitende Taubheit in den Fingern bemerken, die aber Gottseidank wieder verschwindet. 


Walther von der Vogelweide - Winterklage


Diu werlt was gelf, rôt unde blâ,
grüene in dem walde und anderswâ,
die kleinen vogel sungen dâ,
nû schrîet aber diu nebelkrâ.
hat si iht ander varwe ? jâ,
sist worden bleich und übergrâ,
des rimpfet sich vil manic brâ
des rimpfet sich vil manic brâ.


Ich saz ûf eime grüenen lê,
dâ entsprungen bluomen unde klê,
zwischen mir und jenem sê.
der ougenweide was dâ mê.
dâ wir schapel brâchen ê,
dâ lît nû rîfe und ouch der snê.
daz tuot des vogellînen wê
daz tuot des vogellînen wê.


Die tôren sprechent « sniâ, snî ! »
und arme liute « owi, owi ! »
des bin ich swaere alsam eine blî.
des winters sorge hân ich drî :
swaz der und ouch der ander si,
der wurde ich aller schiere frî,
waer úns der sumer nahe bî
waer úns der sumer nahe bî. 

Walther von der Vogelweide, etwa 1170 - 1230   (Interpretation von Qntal)




Montag, 21. Februar 2011

Rotbraunes Wiesenvögelchen


In unserer Gegend (Zittauer Gebirge, Nordböhmen) habe ich bis jetzt drei Arten von "Wiesenvögelchen" oder Heufalter (Gattung Coenonympha) gefunden. Neben dem überall vorkommenden Kleinen Heufalter gehört dazu auch das mehr auf das Gebirge beschränkte Rotbraune Wiesenvögelchen (Coenonympha glycerion). Seine Raupen leben an verschiedenen Waldgräsern, wie z.B. dem Perlgras (Melica). Die Aufnahme entstand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Niemes (Mimon) in Nordböhmen.


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